Das Ende ist erst der Anfang

Gastrezension von Johanna, 13 Jahre

© Thienemann-Esslinger

Titel: Das Ende ist erst der Anfang

Autorin: Chandler Baker

Band: –

Seiten: 400

Erscheinungsdatum: Juli 2018

Verlag: Thienemann-Esslinger (Thienemann)

Altersempfehlung des Verlages: ab 13

Meine Altersempfehlung: ab 13

Am Anfang ist Lake ein ganz normales Mädchen mit einer besten Freundin und einem festen Freund. In wenigen Wochen wird sie ihren querschnittsgelähmten Bruder auferstehen lassen und danach ist alles wieder gut und sie wird wieder Teil der Familie, die ihre Eltern mit ihrem Bruder nach dem alles verändernden Unfall gebildet haben. Doch plötzlich ist nicht nur ihr Bruder behindert, sondern ihre Freunde, ihre neue Familie sind tot, die einzigen Menschen mit denen sie alles bereden konnte sind tot, diejenigen mit denen sie so viele Erinnerungen geteilt hat sind tot. Für wen soll sich Lake entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt …

Meine Meinung: Für mich ist die Handlung grauenvoll und wunderbar zu gleich. Chandler Baker hat es durch eine wunderbare Art und Weise geschafft, dass man schrecklich mitfühlt, was dieses junge Mädchen alles durchmacht. Sie versucht wieder aufzustehen, sie versucht sich zu entscheiden, sie versucht das was ihr noch übrig bleibt zu finden. Sie versucht es, fällt aber immer wieder in einen Abgrund tiefster Verzweiflung. Bis da jemand kommt; Ringo, der ihr auf so wunderbar einfühlsame Weise versucht zu helfen. Eine heftige Story, die einfach nur grandios umgesetzt wurde.

Lake ist großartig dargestellt. Sie hat nach dem Unfall genau die richtige Mischung aus Verzweiflung, Ausgrenzung und Mut. Sie ist in ihrer Darstellung und Auftrittsweise einfach nur grandios. Sie ist äußerlich wunderschön , innerlich jedoch total zerrissen. Was einfach nur genial zur Geltung gebracht wird.

Ringo ist für Lake ein großartiger Freund mit wortwörtlich zwei Gesichtern, er hilft ihr wo er kann die richtige Entscheidung zu treffen und ist von Anfang an total sympathisch. Er findet für jeden Augenblick den richtigen Song.

Penny war Lakes beste Freundin. Will war  Lakes fester Freund. Beide sind tot. Der Leser verfolgt Lakes Gewissensbissen, für wenn sie sich entscheiden soll. Sie kommt Geheimnissen auf die Spur und findet heraus, dass sie vielleicht zwei ganz andere Personen kannte.

Matt ist Lakes behinderter Bruder. Er kann nur seinen Kopf bewegen und braucht rund um die Uhr Hilfe. Vor seinem Unfall war er die Freundlichkeit in Person, er liebte Lake über alles. Nach dem Unfall ist er fies und abweisend zu ihr. Im Lauf des Buches stellt sich jedoch die Frage: Ist Lakes Bruder nicht doch der Held der Geschichte?

Der Schreibstil ist wunderbar und einfühlsam zugleich. Als Ich-Erzähler schildert Lake die Geschehnisse, die komplette Verzweiflung dem Leser. Man erfährt wie einsam sie sich fühlt und trotzdem alle etwas von ihr vollen. Der Wechsel der Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist zwar am Anfang ein bisschen verwirrend, ich habe mich jedoch schnell daran gewöhnt.

Cover: Das Cover ist schön und schlicht gestaltet. Der Autorenname klein, der Titel riesig. Und dazwischen Lake, das 17- jährige, nach dem Autounfall total verzweifelte Mädchen. Für mich auf jeden Fall ein sehr ansprechendes Cover.

Ein geniales Buch, welches auf ein schweres Thema anspricht. Die Autorin hat dies jedoch grandios gemeistert.

5 von 5 Monstern und ein ganz fettes Lob für dieses gelungene Buch!

Ich empfehle das Buch ab 13 Jahren.