Fürchtet uns, wir sind die Zukunft

© Beltz und Gelberg

Titel: Fürchtet uns, wir sind die Zukunft

Autorin: Lea-Lina Oppermann

Band: –

Seiten: 291

Erscheinungsdatum: Februar 2021

Verlag: Beltz & Gelberg

Altersempfehlung des Verlages: ab 14

Meine Altersempfehlung: ab 14

Theo besucht seit kurzem die Akademie, auf der er zum Pianisten ausgebildet werden soll. Doch dann lernt Theo Aida kennen. Sie ist gegen die Machtstrukturen der Akademie und setzt sich zusammen mit der ZUKUNFT für Gerechtigkeit ein. Bis er etwas über Aida erfährt, mit dem er nie gerechnet hätte.

Meine Meinung: Nachdem ich letztes Jahr „Was wir dachten, was wir taten“ von der Autorin gelesen habe und das Buch seitdem zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt, habe ich mich richtig gefreut, dass die Autorin bald ein neues Buch rausbringt. Dafür habe ich sogar meine Punkte auf vorablesen eingelöst. Ich probiere immer, ohne Erwartungen an Bücher ranzugehen, aber da das andere Buch der Autorin so gut war, habe ich auch hier etwas Großartiges erwartet. Nach dem Lesen muss ich sagen, dass ich sehr zwiegespalten bin. Das Buch fängt gut an. Theo war mir am Anfang sehr sympathisch, sein neuer Klavierlehrer Herr Goldstein sowieso. Herr Goldstein war die Person im Buch, von der ich am meisten mitnehmen konnte und die ich am meisten mochte. Er ist lustig und schlau, außerdem weiß er, wie man Schülern wirklich etwas beibringt und er erkennt schlechte Menschen. Weiyi fand ich auch sehr authentisch. Das war es aber eigentlich mit Leuten, die ich mochte. Aida war mir total unsympathisch, genau wie die restlichen Mitglieder der ZUKUNFT. Wie die meisten selbsternannten Aktivisten redet auch Aida viel, macht aber wenig. Und wenn, dann Sachen, die ich für fragwürdig halte. Da ich Aida von Anfang an nicht mochte, hat sich die Wendung für mich nicht erschlossen. In Aidas Reden gab es einige gute Ansätze. Ich fand die Reden trotzdem nicht inspirierend, ganz anders als die Gespräche zwischen Herr Goldstein und Theo. Leider hat sich Theo während der Geschichte stark verändert, was wahrscheinlich mit der ZUKUNFT zusammenhin. Die 2.Wendung bezüglich Theos Familie fand ich schon deutlich interessanter, allerdings ging sie auch nicht in die Richtung, in die ich sie mir gewünscht hätte. Insgesamt regt das Buch schon zum Nachdenken an und am Ende findet Theo zum Glück auch wieder zu sich selbst. Das Ende war für meinen Geschmack zu offen. Während das 1.Buch der Autorin zwar auch ein relativ offenes Ende hatte, hat es jedoch viel stärker zum Nachdenken angeregt. Hier war mir nicht ganz klar, was das Buch bezwecken soll.

Cover: Das Cover ist ziemlich schlicht gestaltet und nicht besonders kreativ, allerdings passt es gut zum Buch und sticht ins Auge. Was ich erwähnen muss: Das Cover ist aus einem angenehmen Material, welches sich schön anfühlt!

Einige gute Ansätze hatte das Buch auf jeden Fall. Allerdings haben mich viele der Personen aufgeregt und das Buch kommt nicht ansatzweise an „Was wir dachten, was wir taten“ ran. Die Grundidee ist schön, denn wir alle sollten mehr hinterfragen und nicht alles tun, was uns gesagt wird. Die Umsetzung hatte einige Schwachstellen, insgesamt trotzdem ein angenehmer Schreibstil und einige spannende Charaktere. Ich gebe dem Buch:

3 von 5 Monstern

und empfehle es ab 14 Jahren.

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