Meistens fliegen mich die Ideen an!

Gina Mayer ist eine bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin aus Deutschland. In unserem Interview erzählt sie mir über ihre Schreibvorlieben, ihren Tagesablauf und ihre Ideen für neue Bücher. Doch Gina Mayer kann nicht nur gut schreiben. Lest selbst:

© Gina Mayer

K: Schreibst du lieber Kinder- oder Jugendbücher?

G: Ich schreibe auch Bücher für Erwachsene und ich mag den Mix. Wenn ich etwas Lustiges für Kinder geschrieben habe, freue ich mich, wenn ich wieder etwas Ernstes schreiben kann. Ich wechsele zwischen den Genres.

K: Wie hast du die Illustratorin Gloria Jasionowski kennengelernt? Lief das über den Verlag?

G: Nein, in diesem Fall tatsächlich nicht. Es gab eine andere Illustratorin, die dafür vorgesehen war und dann ausfiel, und dann hat Gloria das übernommen. Sie ist bei der gleichen Agentin wie ich und ich habe sie dann dem Verlag vorgestellt. Das ist aber eine Ausnahme, in der Regel sucht der Verlag Illustratoren.

K: Bist du bei verschiedenen Verlagen?

G: Mein Hauptverlag ist eigentlich Ravensburger, aber ich habe schon bei mehreren Verlagen geschrieben.

K: Seit wann arbeitest du als Autorin?

G: Meine ersten Bücher sind 2006 erschienen!

K: Hast du als Kind auch schon geschrieben?

G: Ja, ich habe als Kind auch schon gerne geschrieben, aber ich wollte nie unbedingt Autorin werden.

K: Holst du dir auch Inspirationen bei anderen Autoren?

G: Klar, ich glaube, als Autor muss man selbst auch gerne lesen. Ich lese sehr viel.

K: Wie kommst du auf deine Ideen?

G: Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich etwas höre oder sehe, dann kommen die Ideen. Manchmal ist es auch so, dass ein Verlag mich fragt, ob ich nicht über ein bestimmtes Thema ein Buch schreiben möchte. Meistens fliegen mich die Ideen an.

K: Wo schreibst du am liebsten?

G: An meinem Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer. Ich habe ein sehr schönes Arbeitszimmer. Da ich im Moment viel unterwegs bin, schreibe ich auch im Zug oder im Hotel, aber am liebsten schreibe ich zuhause.

K: Hast du eine feste Tageszeit, zu der du schreibst?

G: Wenn ich zuhause bin, schreibe ich meisten ab 9:30 Uhr bis abends.

K: Das ist lange!

G: Ja, ich habe immer ein bestimmtes Pensum, und das schreibe ich dann.

K: Großartig! Wer darf deine Bücher als erstes lesen?

G: Bei den Büchern für Erwachsene meistens meine Geschwister & meine Agentin und bei den Kinderbüchern habe ich eine Testleserin, meine Nichte. Die liest immer alles vorher, dann bekommt es der Verlag. Wenn sie es nicht mag, dann ist es schlecht.

K: Wie viele Bücher hast du insgesamt schon veröffentlicht?

G: Ich habe schon über 60 Bücher veröffentlicht, aber ich weiß die genaue Anzahl nicht.

Mit mehr als 60 Büchern hat Gina Mayer schon eine Menge Erfahrung beim Schreiben. © Sibylle Pietrek

K: Wow, das sind viele! Wie lange dauert es, bis du ein Buch fertig hast?

G: Wenn es ein Buch für Erstleser ist, dann brauche ich manchmal nur 2 Wochen, aber für dickere Bücher brauche ich manchmal auch ein Jahr.

K: Hast du schon Ideen für weitere Bücher oder arbeitest du sogar schon an einem neuen Buch?

G: Ja, ich arbeite immer an einem neuen Buch. Ich veröffentliche nächstes Jahr eine neue große Serie bei Ravensburger und da arbeite ich gerade dran. Das muss jetzt auch schnell fertig werden, weil die Bücher noch produziert werden müssen. Außerdem habe ich noch viele Reihen, die immer weitergehen. Von daher wird es nie langweilig!

K: Wird die neue Reihe für Kinder- oder Jugendliche?

G: Für jüngere Jugendliche ab 10. Ich darf leider noch nicht darüber reden, aber ich finde es sehr spannend.

K: Was machst du gerne, wenn du nicht schreibst?

G: Ich habe ganz viele andere Hobbys. Ich lese natürlich gerne, ich mache aber auch viel Sport. Ich gehe gerne schwimmen, gehe joggen und ich singe in einem Chor. Ich treffe mich auch oft mit Freunden.

K: Wie aufgeregt bist du, wenn du das Manuskript der Lektorin übergibst?

G: Meistens weiß ich schon vorher, wie der Verlag reagiert. Es kam eigentlich noch nie vor, dass ich etwas geschrieben habe und der Verlag mochte es überhaupt nicht. Das Aufregende ist das Schreiben und das Erscheinen des Buches. Das ist nochmal etwas ganz anderes, mit Cover und allem.

K: Das stimmt. Wie viele Lesungen hattest du eigentlich schon?

G: Viele, sehr viele. Ich habe jedes Jahr fast 100 Lesungen.

K: Was ist dein Lieblingsbuch deiner Bücher?

G: Eigentlich immer das Letzte, was gerade erschienen ist. Im Moment ist das „Die Pferdeflüsterer-Academy“ bei Ravensburger.

K: Welchen Tipp kannst du mir und anderen zukünftigen Autoren beim Schreiben geben?

G: Viel lesen und gucken, wie andere es machen. Schauen: Was gefällt mir und warum gefällt mir das? Das ist der wichtigste Tipp. Der 2. Tipp ist: Einfach fertig schreiben und nicht mittendrin aufhören. Man muss über den Mittelteil, wo man das Buch plötzlich nicht mehr so gut findet, hinweg und das Buch zu Ende schreiben.

K: Schreibst du auch manchmal parallel an Büchern?

G: Ja, manchmal ist das nötig, aber ich mache es nicht gerne. Ich konzentriere mich lieber auf ein Buch.

K: Und was machst du, wenn dir nichts mehr einfällt?

G: Ich gehe meistens schwimmen oder mache einen Spaziergang. Jedenfalls etwas ganz anderes. Irgendetwas, wo man nicht Nachdenken muss. Und danach kommen die Ideen meistens wieder.

Vielen Dank für das Interview!